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Das Volk der Tuwa

Galsan Tschinag bezeichnet sein im Nordwesten der Mongolei im Hohen Altai lebendes Volk, als „Insel der Menschheit der vergangenen Jahrtausende, dessen Kultur erhalten werden muss.“
Die tuwinischen Menschen, deren Glaube tief verwurzelt in ihrer Naturreligion liegt, sind es gewohnt, im Einklang mit der Natur zu leben. Doch die natürliche Balance zwischen Mensch, Tier und Natur droht zu zerbrechen. Traditionelles Nomadenleben und rationale Neuzeit stehen sich scheinbar unversöhnlich gegenüber. Klimatische Veränderungen verstärken dieses Wanken zwischen Tradition und Moderne: Gletscher schrumpfen, Niederschläge lassen deutlich nach, der Grundwasserspiegel sinkt, Steinwüsten wachsen und verkleinern den Lebensraum der Nomaden. Die Folgen für Mensch, Tier und Natur sind bedrohlich geworden: von den 5.565 Flüssen und Bächen sind 700, von den 9.600 Quellen sind 1.500, von den 4.200 Seen sind 760 gänzlich verschwunden und auch die restlichen Gewässer sind dabei, ihre einstigen Reserven zu verlieren. Bestanden vor 30 Jahren noch gut 12% des Landes von insgesamt 1,5 Mio. km2 aus Urwäldern, hat sich die bewaldete Fläche mittlerweile auf 3% verringert.

Galsan Tschinag

Schriftsteller, Schamane, Stammesoberhaupt.
Als Student versprach er: „Ich werde eine Brücke zwischen Ost und West sein!“ - seine Vision hat sich erfüllt: eine große deutsche Tageszeitung ehrte ihn mit den Worten „Er ist eine Brücke zwischen Ost und West!“
Galsan Tschinag verbindet das Morgenland mit seinem urzeitlichen Schamanen- und Nomadentum und das Abendland mit dessen philosophischer Aufklärung und dem neuzeitlich-technischen Fortschritt. Sein Wirken richtet sich auf eine Ergänzung der Neuzeit mit der Altzeit, der modernen Kenntnisse der Menschheit mit dem Urwissen seines Volkes: so sind der achtsame Umgang mit der Natur, die einfache Lebensweise, voller liebe- und vertrauensvollem Miteinander, die zentralen Themen seiner Werke.

Galsan Tschinag